Augsburg

Metropole Augsburg: Eine Stadt auf der Überholspur

Kommentar: Vor gut zehn Jahren lag die Metropole Augsburg noch an der Jammer. Dass das vorbei ist, hat gute Gründe.

Es ist noch gar nicht so lange her. Im Juli 2016 stufte der damalige Finanz- und Heimatminister Markus Söder Augsburg zur Metropole herauf. Damals rätselten viele, was diese landesplanerische Augenhöhe mit den beiden anderen bayerischen Metropolen München und Nürnberg konkret bedeuten könnte.

Seit Mittwoch sind alle ein wenig schlauer. Neben den Zentren Oberbayerns und Frankens erhält nun auch die bayerisch-schwäbische Hauptstadt Augsburg ein Staatstheater. Damit bleibt Augsburg auf der Überholspur. Und dies ist ein guter Weg, einmal tatsächlich Augenhöhe mit den bevölkerungsreicheren Städten München und Nürnberg zu erreichen.

Blickt man nur etwas mehr als zehn Jahre zurück, schien die Überholspur nicht in Sichtweite. Gefühlt lag Augsburg an der Jammer, wie der damalige Finanzminister Kurt Faltlhauser wegen der vielen Klagen, die vom Lech kamen, einmal gespottet hatte. Augsburg stellte in München Forderungen, doch bekam meist Absagen.

Metropole Augsburg: Seehofer fand Gefallen an der Stadt

Es ist kein Zufall, dass sich dies mit den Wahlen von Kurt Gribl zum Oberbürgermeister und Horst Seehofer zum Ministerpräsidenten änderte. Die beiden verstanden sich. Seehofer fand Gefallen an Augsburg und Gribl lieferte Konzepte.

Nach Millionenzuschüssen für den Innovationspark übernahm der Freistaat die Staats- und Stadtbibliothek und damit fast eine Million Euro jährlicher Kosten. Die neue Uniklinik wird der Region mehr als 6500 Arbeitsplätze bringen. Und wenn das neue Staatstheater nach der baulichen Sanierung in einigen Jahren prächtig leuchtet, dann entlastet das nicht nur den städtischen Haushalt um bis zu 16 Millionen Euro jährlich.

Metropole Augsburg: Staatstheater bietet neue künstlerische Möglichkeiten

Ein Staatstheater bietet der Kultur auch neue künstlerische Möglichkeiten. Denn wenn der Freistaat ein Theater führt, dann lässt er sich nicht nachsagen, dass Schmalhans Bühnenmeister wird. Jedenfalls machen die Häuser in München und Nürnberg nicht den Eindruck, dass sie unterfinanziert sind.

Die Details der Söder-Pläne sind noch nicht bekannt. Nun deutet sich jedoch an, dass auch der neue Ministerpräsident Gefallen an Augsburg findet. Ob die Sympathie nachhaltig sein wird, das werden wir aber erst nach der Landtagswahl wissen. Denn dann ist die Zeit der Wahlgeschenke vorbei.

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