Mobilität der Zukunft

Die Mobilität der Zukunft wird unsere Freiheit einschränken

Verbrennungsmotoren werden zwar immer sauberer, doch ihre Zahl wächst zu schnell. Neue Mobilitätskonzepte werden unsere persönliche Freiheit einschränken.

Jede Fortbewegung belastet die Umwelt. Ausgenommen das Gehen. Sogar Radler müssen ihr Zweirad irgendwann entsorgen mit all dem Plastik oder sogar einer Batterie für den Elektroantrieb.

Autofahren ist besonders klimaschädlich. Wer fossile Energien wie Benzin oder Diesel verbrennt, erzeugt Schadstoffe. Und Elektromobilität? Ist nicht viel besser, so lange der Strom auch aus Kohlekraftwerken kommt und die Batterieentsorgung nicht geklärt ist.

Tatsächlich werden Verbrennungsmotoren immer sauberer. Sie stoßen heute weniger Schadstoffe als früher aus. Das wirkliche Problem ist ein anderes. Die Zahl der Autos und der Fahrten nimmt – vor allem in den Städten – exorbitant zu. Weil wir mobiler und bequemer werden. Nur eine neue Mobilitätspolitik, die das Auto-Wachstum bremst, wird die Klimaerwärmung reduzieren. Es braucht ein neues Denken. Allerdings auch in der Industriepolitik. Denn überall wo fossile Energie verbrannt wird, entsteht das klimaschädliche Kohlendioxid.

Mobilität der Zukunft: Das Auto ist das Problem

So sehr wir die individuelle Auto-Mobilität lieben, so sehr müssen wir uns im Sinne unserer Kinder sogar wünschen, dass sie eingeschränkt wird. Selbst wenn das Umsteuern ein Eingriff in unsere persönliche Freiheit bedeuten wird. Denn eine neue Mobilitätspolitik muss Alternativen zum Auto schaffen. Das fängt in den Städten an. Es braucht mehr Anreize für Fußgänger und Radler. Breitere Radstreifen (auch zulasten der Autospuren) und Fußwege, die dazu einladen, kurze Distanzen zu gehen statt per Auto Semmeln zu holen.

Die Politik sollte das Carsharing fördern, um den Besitz eigener Autos weniger attraktiv zu machen. Wer dieses Mobilitätsmodell günstig angeboten bekommt, wird sich fragen: Brauche ich wirklich ein eigenes Auto, das im Tagesschnitt 23 Stunden lang nur rumsteht?

Es ist auch an der Zeit, dass Verkehrsminister ernst machen mit einer Nahverkehrs-Offensive. Es braucht viele Milliarden Euro, um einen attraktiven Tram, U-Bahn und Busverkehr anzubieten – mit sauberen Abteilen und kurzen Taktzeiten. Das wird ein Zuschussgeschäft bleiben. Aber es ist eine bessere Investition in die Zukunft als Reparaturausgaben für Klimaschäden durch Stürme, Trockenheit und Überschwemmungen.

Mobilität: Der Bahnverkehr hat nur Mauerblümchen-Priorität

Immerhin sind neue Nahverkehrskonzepte bereits versprochen. In Augsburg soll der Tram-Verkehr in der Kern-City nächstes Jahr kostenlos werden , während die Fahrscheine insgesamt leider wieder teurer werden. In München sieht es besser aus: Die Ticketpreise sinken um sieben Prozent.

Man muss ehrlich sein: Die Subventionen für eine neue Mobilitätspolitik werden schwindelerregende Höhen erreichen. Es rächt sich, dass Verkehrspolitik jahrzehntelang nur auf das Auto setzte, während auch der überregionale Bahnverkehr nur eine Mauerblümchen-Priorität hatte. Die Deutsche Bahn mit ihren Verspätungen und Ausfällen gehört rasch auf Vordermann gebracht.

Doch die Milliardensummen zum Rückzug aus dem Individualverkehr sind nicht die einzige Hürde, die einer neuen Mobilität im Wege steht. Denn die Abkehr vom Auto gefährdet mehr als eine Million Arbeitsplätze. Deshalb darf es keinen abrupten Spurwechsel geben.

Die EU hat die härtesten CO2-Grenzwerte der Welt

Doch genau den leitet die EU mit den härtesten CO2-Grenzwerten der Welt gerade ein. Es ist falsch, eine ganze Industrie zu bestrafen für die katastrophalen Fehler ihrer Manager, wenn daran die Arbeitsplätze der deutschen Kernindustrie hängen. Die Hersteller brauchen stabile Einnahmen aus dem Fahrzeugverkauf, um nun – sicher viel zu spät – neue Geschäftsmodelle und klimagerechte Mobilitätskonzepte zu entwickeln.