Hochofen

Im Handelskrieg um die Stahlkocher wird es nur Verlierer geben

Der Handelskrieg zwischen Amerika und dem Rest der Welt wird immer hässlicher. Und das liegt weniger an US-Präsident Donald Trump selbst, sondern an seinem Handelsminister.

Der 80-jährige Wilbur Ross, ein früherer Stahl-Investor, der Firmen wie Bethlehem Steel befehligte, führt den Krieg um Importzölle mit in der Diplomatie seltener Brachialgewalt. Das Ende des freien Welthandels nimmt er dabei als Kollateralschaden in Kauf. Vor allem geht es ihm um den Schutz der US-Stahlindustrie.

Handelskrieg: Importquoten sind ein Griff in die Mottenkiste

Schon die Verlängerung der Zoll-Ausnahmen für Stahl und Alu aus Europa bis Ende Mai ist Gift für die Wirtschaft, die Unsicherheit und eine unklare Gesetzeslage hasst und sich daher erst einmal zurückhalten wird.

Schlimmer noch ist die Drohung mit Importquoten. Sie sind ein tumber Griff in die Mottenkiste der Volkswirtschaft. Denn dieses starre Instrument wirkt preiserhöhend, was die US-Stahlindustrie freut und die Verbraucher ärgern wird. Europas Stahlkocher werden dagegen weniger nach Amerika exportieren können. Das wird die Preise bei uns unter Druck setzen – mit negativen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze an den heimischen Hochöfen.

Derzeit sieht es nicht so aus, als wenn die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström den Amerikaner Ross zur Vernunft bringen kann. Dabei wird es in einem Handelskrieg, in dem die EU zurückschlagen wird, nur Verlierer geben.

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